Lop Zarth – Der große  Gelbe Berg

Nach dem wir das Shimshal Whitehorn nicht über deren Nordostwand bis zum Gipfel steigen konnten, sondern am Ende des „Coulouir of 1000 Gutters“ am Nordgrat des Whitehorns Schluss war wollten wir noch ein alpines Abenteuer starten. In Mitten des Hochplateaus auf Zarthgurben ragt eine markante Felswand gen Himmel.

Lop Zarth - Am Gipfel
Lop Zarth – Am Gipfel

Im  Vorhinein war geplant, für Akklimatisierungszwecke eine Erstbegehung in Zarthgurben zu unternehmen. Da noch ein paar Tage Zeit war starten Gumpi, Stefan, Johannes und ich noch mal aufs 3000m hoch gelegene Hochplateau um von dort in Richtung des markanten zentralen Bergmassivs zu starten. Er hatte schon einen Namen: Lop Zarth – The Big Yellow. Mit einer schier unüberwindbaren, recht brüchig wirkenden, markanten Südwand, war der 5000er bisher kein potentielles Ziel für die einheimischen Bergsteiger. 1. zu schwer & 2. nicht hoch genug  Grundsätzlich ist erst ein 6000er den Aufwand wert, dass man ihn besteigt, vor allem auch um damit medienwirksam in Erscheinung treten zu können.

Die Besteigung

Die Südwand stand für uns außer Frage, da wir für diese Art von Kletterei nicht ausgerüstet waren. Von unten erscheint der Ostgrat als logischste und einfachste Route um zum Gipfelaufbau zu gelangen. Wir planten ein Biwak auf der Schulter am Ostgrat. Da wir den Biwakplatz bereits gegen Mittag erreichen und für die nächsten Tage schlechteres Wetter angesagt ist, steigen wir „light & fast“ weiter.Der Grat erweist sich als mühsame Schneestapferei bis wir endlich ein Plateau knapp 400hm unter dem Gipfel erreichen. Ein lautes Setzungsgeräusch im 20° steilen Gelände macht uns erneut auf die gefährliche Lawinensituation aufmerksam.

Im Aufstieg
Im Aufstieg – rechts der Lop Zarth
Schneewuhlerei im Aufstieg
Schneewuhlerei im Aufstieg

Bis zu besagten Plateau war der Weg recht eindeutig und technisch wenig anspruchsvoll. Als Weiterweg bietet sich ein Eisgully (WI4) mit vermutlich schwererem Mixed-Gelände oberhalb an. Da jedoch nur ich technische Eigeräte und Steigeisen dabei habe, wählen wir die Querung in die Nordwand, wobei wir uns erstmals anseilen. Nach einer 100m Querung überklettern wir den Bergschrund und steigen noch etwa 50m hoch in Richtung eines Mixed-Gullys. Dort errichten wir Stand und ich klettere in schlecht absicherbarem M5-Gelände (20m) auf ein Schneefeld. Dort kann ich nach weiteren 40m Stand in gutem Eis unter einer Wechte beziehen. In der gesamten Länge kann ich eine Eisschraube unter der Mixed-Passage anbringen. Da wir langsam unter Zeitdruck standen eilten wir die restlichen 200hm in steiler Schneewuhlerei und leichter Mixedkletterei zum Gipfel, den wir nach 9h erreichen. Wir sind die ersten Menschen am 5666m hohen Lop Zarth. Ein schönes Gefühl mit traumhaften Ausblick hoch über Zarthgurben.

Lop Zarth - Endlich am Gipfel
Endlich auf dem Gipfel des Lop Zarth
Knapp unter 5700m
Knapp unter 5700m

 

 

 

 

 

 

Der Abstieg erweist sich noch als anstrengende Etappe. Im Dunkeln nach genau 12h Roundtrip erreichen wir unser BaseCamp auf Zarthgurben.

Im Abstieg
Im Abstieg über ein steiles Schneefeld

Facts

M 4/5, 55° – Die Schwierigkeiten beziehen sich größtenteils auf die oberen 500hm der Nordwand des Lop Zarth. Darunter leichtes Mixed-Gelände und Schneestapferei.

Lop Zarth mit ungefährer Route
Lop Zarth mit ungefährer Route

 

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