Vor einigen Jahren im Sommer auf dem Weg zum Acherkogel ist mir die Nordseite der Wechnerwand bereits aufgefallen. Da müsste doch im Winter was gehen. Im Sommer erschien die Wand nicht lohnend. Letzte Woche dann nach einer Runde in der „Plan B“ am Zwölferkogel entschieden Philipp und ich uns die Sache im Mittertal mal genauer anzuschauen.

Wechnerwand

Bei wenig Schnee lassen wir den Zustieg schnell hinter uns. Nach 1h15 befinden wir uns bereits unter der Wand. Die Wechnerwand befindet sich am linken Ende des Mittertals und ist bereits von Weitem zu erkennen.

Eine grobe, logische Linie war schnell gefunden. Aber die Verhältnisse bzw. die Temperaturen sind alles andere als perfekt.  In der ersten Länge merken wir, dass der Schnee zu wenig durchgefroren und schlecht mit dem Fels verbunden ist. Wir errichten Stand und ich schaue mir noch etwa 20m die Rampe an, welche in die vermutliche Schlüsselstelle führt. Dort ist für heute Schluss und wir seilen ab.

Unterer Wandteil mit Einstieg

Die Tour – Plan W

Nach zwei Tagen erneut in der Wand.

Die Nacht war kaum merklich kühler, aber die Bedingungen sind besser. Schnell sind wir wieder am Umkehrpunkt. Rein in die Schlüsselstelle: eine unübersichtliche, etwas abdrängende Querung. Davor habe ich noch einen Haken geschlagen, somit alles kein Problem. Schwierigkeit etwa M5(+), natürlich stark verhältnisabhängig.

Im Mittelteil

Der Weiterweg führt 60m über eine Rinne, linkshaltend, unter eine Felsstufe. Diese M5-Stelle überklettern wir, um danach über eine Platte nach rechts in etwas brüchiges Gelände zu gelangen. Weiter gehts in einer schneereichen Rinne bis unter einen markanten gelben, brüchigen Überhang. Diesen umgehen wir rechst und stehen bald schon unter der Gipfelwand. Immer der logischen Linie folgend, etwas im Zigzag (max. M4+) erreichen wir den Ausstiegskamin über welchen wir den Nordostgrat erreichen. Über leichtes Gelände gehts noch 20hm zum Gipfel der Wechnerwand.

2. SL – Rampe mit Schlüsselstelle
Martul auf der Suche nach dem Weiterweg

Abstieg

Der Abstieg erfolgt über den Südwestgrat in Richtung Wechnerscharte (beliebte Skitour). Dort eine 2er Stelle zum abklettern, aber A0 leicht machbar. Danach über Schneerinne und Blockgestein zurück zum Einsteig.

Abstieg über Wechnerscharte

Facts

Plan W: Die Tour folgt anfangs einer logischen Rampe und führt danach ziemlich direkt in Richtung Gipfelwand, welche dann links im Ausstiegskamin umgangen wird.
Erstbegehung:  Philipp Brugger und Martin Sieberer am 9.11.2018
Schwierigkeiten: max M5+, verhältnisabhängig

Zustieg:    1h15
Tour:          4-6h
Abstieg:    2h

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Topo – Plan W
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