Einige schwere Eis- bzw. Mixedrouten konnten wir wieder klettern im Jänner auch wenn die teils recht warmen Temperaturen fragliche Bedingungen hervorriefen. Vorsicht war vor allem bei freihängenden Zapfen geboten, weshalb wir unsere Mixed-Variante im Pinnistal immer noch nicht vollenden konnten. Playground zum Eisklettern war hauptsächlich Tirol und Südtirol.

Mixed-Route im Mixedgartl Prags (M7-M8) – 04.01.18

Nach intensiver Recherche verschlug es Pepi und mich Anfang Jänner ins Pragser Tal. Ziel war die Rauhe Gaisl um eine der coolen Mixedrouten „Spitzborscht“, „Guasborscht“ oder „Eiserne Jungfrau“ zu klettern. Massive Schneemassen erschwerten die Spurarbeiten und bald waren wir über hüfthoch im Schnee versunken. Die Routen schauten kletterbar aus, jedoch waren die Einstiegslängen noch im Aufbau und hatten kaum Eis. Der Zustieg führt über ein steiles Schneefeld. Die hohe Lawinengefahr zwang uns, unseren Plan zu verwerfen und wir visierten das bereits gut besuchte Mixedgartl an. Fast alle Routen waren besetzt. Somit fiel unsere Wahl auf eine steile Mixed-Route links der Hauptwand. Wir hatten keine Infos. Also rein! Bepackt mit Keilen, Friends und Haken.

Die erste Länge war mehr Schneewuhlen, bis man rechts des steilen Daches Stand bezieht. Wie befürchtet wurde die Route bereits eingerichtet, da wir zwei Bohrhaken erkennen konnten. Über Glasuren, fraglichen Eissäulen und Dreck gelang ich über einen freihängenden Eiszapfen zum Ausstieg. Wahnsinn. Super Linie mit zwei Bohrhaken auf 20m. Aber womöglich hat die Linie meist mehr Eis, da ansonsten kaum Sicherungen anzubringen waren .

Kurzes Video dazu: Mixedroute Prags

Mixed-Route in Prags
Mixed-Route in Prags

Crazy Diamond (M8+/WI5+) – Rein in Taufers – 11.01.18

Die angespannte Lawinensituation in Tirol ließ fürs Eisklettern kaum Spielraum, somit wieder ab ins geliebte Südtirol und rein ins Ahrntal. Angekommen machte sich bereits die dritte Seilschaft auf den Weg zum Einstieg des Mixed-Klassikers „Crazy Diamond“. No way. Alternative: Ein steiler freihängender Zapfen auf der gegenüberliegenden Straßenseite: Millenium(WI5/M8 clean). Also spurten wir mühsam die 200hm durch hüfthohen Schnee. Leider befand sich in der Einstiegslänge kein Eis und war ohne Haken kaum abzusichern. Somit wieder Abstieg und schauen was im Crazy Diamond vor sich geht. Die letzte Seilschaft war noch in der ersten Länge. Trotzdem schlenderten wir zum Einstieg, um gegen 13.00 einzusteigen. Es stellte sich heraus, dass einige Top-Kletterer mit uns die Route teilten. Simon Gietl und Robert Jasper gaben sich die Ehre. Ich durfte die erste Länge vorsteigen. Steiles, pumpiges Drytoolen an Kühlschränken. Einen halben Meter unterm ersten Stand rutschte mir ein Hook aus und mein Onsight war im A****. Naja wer mit zwei Halbseilen und massiver Seilreibung steile Mixedrouten klettern will ist selber schuld. Ich hängte die zweite Länge gleich an und Pepi kam fluchend nach. Nicht sein Tag. Ich kletterte noch die dritte Länge und wir seilten über den beeindruckenden Fall ab. Wahnsinnstour.

Kurzes Video: Crazy Diamond

Crazy Diamond
Crazy Diamond
Blick in die Mixed-Längen vom "Crazy Diamond"
Blick in die Mixed-Längen vom „Crazy Diamond“

Rübezahl/Das Problem (WI6) – 17.01.18

Nachdem der Winter auch einige gute Skitage hervorbrachte, konnte ich nicht immer ins Eis. Jedoch schaute „Das Problem“ so gut aus und scheinbar war noch keiner drin. Also ab zum „Einpickeln“ mit Pepi.

Die erste Länge war recht nass und wieder mal steiler als erwartet, aber Pepi ließ sich nicht beirren und kletterte easy drüber. Die dritte Länge durfte ich auspickeln. Ein wunderschöner Glaskasten, den ich von losen Eiszapfen befreien konnte. In der vierten Länge wählten wir noch den schwereren Ausstieg über ein dünne freistehende Säule. Abseilen war einfach über die eingebohrten Stände. Das Wetter meinte es anfangs gut mit uns, aber am Schluss blies uns den Berg regelrecht hinunter. Ein schöner Tag.

Video dazu: Rübezahl/Das Problem

Pepi in der 1. SL vom "Problem"
Pepi in der 1. SL vom „Problem“
3. SL vom "Problem"
3. SL vom „Problem“

Scharfe Gsellin (WI6) & Glasperlenspiel (WI5+) – 17.01.18

Nachdem wir von einer neuen Mixedroute im recht unerschlossenen Schönachtal bei Gerlos hörten, wollten wir uns eine frühe Begehung holen. Mit drei Johannes im Schlepptau machten wir uns zu viert auf den Weg. Neuschnee machte bereits die Anfahrt schwer und die gesamte Route hatte eine Schneeauflage. Zwei beeindruckende Eisspuren am Talschluss erweckten stattdessen unsere Aufmerksamkeit. Unwissend welche Routen dies waren, kletterten wir beide als Einseillängentouren. Zum Abschluss wollte ich es noch wissen und kletterte den direkten Einstieg zur „Scharfen Gsellin“. Ein freistehender Zapfen als schwere Einstiegsvariante (WI7-). Erst im Anschluss fand ich die Berichte zu den Erstbegehungen. Super Routen. Steil und teils ausgesetzt. Wunderschöne Eislinien.

Auf der anderen Talseite bestätigte ein Juchizer die Fertigstellung einer neuen Route: „Brother from another Mother“ von Christhoph Garber und Christian Hechenberger. Chapeau!!

Scharfe Gsellin Direkteinstieg
Scharfe Gsellin Direkteinstieg
Afterwork
Afterwork

I Droc (WI5+) – Climb & Fly – 26.01.18

Zum Abschluss konnten Pepi und ich noch einen optimalen Tag für ein besonderes Vorhaben finden. Eisklettern mit Paragleiten kombinieren. Der Wind passte perfekt für unsere Climb & Fly Mission im Langental. In 4h Roundtrip von Parkplatz zu Parkplatz konnten wir die Megalinie „I Droc“ in vier langen Seillängen klettern, um anschließend herunter zu fliegen. Zum Mittagessen waren wir wieder beim Auto. 🙂

Video: IDroc

I Droc - 1.Sl
I Droc – 1.Sl
Runter gehts mit Abstiegshilfe
Runter gehts mit Abstiegshilfe
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